Grundkurs Eis und Hochtour auf die Weißseespitze
Auch wenn ich schon gerügt wurde, dass es hier schon seit einiger Zeit keine aktuellen Bilder des Nachwuches gibt, will ich doch erstmal ein paar Worte und Bilder von meinem Ausflug ins Hochgebirge loswerden. Die Meisten von euch werden zumindest die Bilder schon kennen, da ich diese bereits vor einiger Zeit bei Google+ und Facebook für meine Freunde gepostet hatte. Generell muss ich zugeben, dass gerade der Blog hier unter meiner Aktivität in den sozielen Nezwerken gelitten hat, kann ich doch dort (trotz alller Diskussionen um Datenschutz, etc. – man muss halt einfach wissen wo man den Zugang einschränken kann) Informationen, Bilder oder ähnliches viel schneller und viel zielgerichteter veröffentlichen.
Das Interesse mal eine Gletschertour zu machen schlummerte ja schon lange in mir, die Möglichkeit dazu ergab sich allerdings erst dieses Jahr als ich im Alpensvereinsheft die Ausschreibung für einen Grundkurs Eis im Kaunertal gelesen habe. Ich habe wirklich lange mit mir gerungen ob ich mich anmelden soll, denn alpine Erfahrung in dieser Höhe war gleich null und so richtig konnte ich meinen Fitnesszustand auch nicht einschätzen. Allerdings kam ich zum Schluss, dass es wohl nichts geeigneteres wie einen Grundkurs zum “reinschnuppern” geben kann und für meinen Fitnesszustand war es genau der nötige Trainingsanreiz.
Und mit meiner Einschätzung lag ich nicht daneben, denn der etwas langezogenen Fahrt ins Kaunertal sollte ein wirklich tolles Bergwochenende folgen. Die Grundlagen hierzu legten wir bereits am Freitag auf dem Gepatschhaus, wo wir in Form eines Theorieabends die Basics zum Gehen auf dem Gletscher, Spaltenbergung und den richtigen Umgang mit Karte, Kompass und GPS erlernten. Bei Kaiserwetter ging es am nächsten Tag auf den Gepatschferner um auf unserem Weg zur Rauhekopfhütte das am Vorabend gehörte in der Praxis umzusetzen. Vom Abseilen in eine Gletscherspalte mit anschließender Bergung (auch wenns in der Spalte etwas kalt und vorallem nass war, war der Blick auf den Glockturm aus dem blauen Eis heraus sehr beeindruckend), dem Einsatz der Front- und Vertikalzackentechnik in Auf- und Abstieg, natürlich dem normalen Gehen auf dem Gletscher in einer Seilschaft bis zum Eisklettern.
Den Spätnachmittag liesen wir dann auf der von Mitgliedern der Sektion Frankfurt des DAV bewirtschafteten Rauhekopfhütte ausklingen. Zuerst auf der Sonnenbank mit Blick auf die tolle umgebenden Bergwelt , später (als ein Sturm, dass kommende für den Nachmittag des nächsten Tages angekündigte Schlechtwetter) in der “Stube” bei einem wirklich tollen (und für die Lage der Hütte – die Versorgung erfolgt einmal im Jahr per Heli – nicht erwartbaren 3 Gänge Menü). Dank des Einsatzes der ehrenamtlichen Hüttenwirte, hatte unser Aufenthalt auf der Rauhekopfhütte fast was von Luxusbergsteigen.
Wegen des angekündigten und sich andeutenden Wetterumschwungs, gings am nächsten Morgen zeitig in Richtung Weißseespitze. Der Aufstieg an sich ist von der Rauhekopfhütte aus technisch gesehen ehr unspektakulär und fällt bis auf die letzten 200hm in die Kategorie Hatscher. Dafür bietet sich auf dem langen Marsch durch den “Sumpf” die Möglichkeit die Welt der Ötztaler Eisriesen ausführlich zu genießen. Allerdings muss man sich bei aller Faszination von der Landschaft auch der Gefahren im hochalpinen Raum bewusst sein und auch dem “einfachen” Weg immer eine gute Portion Aufmerksamkeit widmen, denn Spalten im Gletscher gibt es gerade am Fuß von Zahn und Weißseespitze zur Genüge!
Im Gegensatz zum Vortag hatten wir am Gipfel leider kein Kaiserwetter, aber trotzdem konnten wir immer wieder einige Blicke durch die Wolkenfetzen zur Weißkugel und ihre Hängegletscher, über das gesamte Gepatschfernerplateau und hinunter ins Kaunertalergletscherskigebiet werfen.
Der Abstieg erfolgte dann wieder entlang der Aufstiegsroute zur Rauhekopfhütte und nach einer kleinen Stärkung wieder über die Gletscherzunge ins Tal, dass wir kur vor Einsetzen des großen Regens erreichten.
Für mich war der Ausflug in die Welt der Gletscher, auch wenn man diesen die Folgen des Klimawandels deutlich, ansieht ein unvergessliches Erlebnis. Und dass nicht nur, weil ich als Souvenir einer kleinen Unachtsamkeit beim Abstieg vom Gipfel (Hängenbleiben mit den Steigeisen) und dem daraus folgenden Umknicken noch ein paar Tage später einen dicken Knöchel mit nach Hause gebracht habe. Inzwischen fieber (und trainiere – insoweit ist die Motivationswirkung wirklich gigantisch) ich schon wieder dem nächsten Sommer und der nächsten Tour entgegen und mit jedem Tag wächst die Vorfreude!
Tags: Gepatschferner, Gletscherspalte, Hochtur, Kaunertal, Rauhekopfhütte, Weißseespitze
15 November 2011 um 14:21
Habs ja schon in Google+ geschrieben: wirklich klasse Bilder! Guter Bericht!